Fairtrade und Fairwear

Die beiden Siegel sind sehr unterschiedlich in der konkreten inhaltlichen Ausrichtung, verfolgen aber im Grunde dasselbe Ziel, nämlich die Arbeitsbedingungen der Menschen in den Entwicklungsländern zu verbessern.

Der Fairtrade-Siegel

Fairtrade in Köln/Bonn bei kiss the inuit

Mit dem fairtrade-Siegel wird sichergestellt, dass die Arbeitsbedingungen der Bauernfamilien bzw. Baumwollpflücker auf den Plantagen zu 100% fair sind.

Dies geschieht unter anderem durch:

1.      Eine Vertretung der Arbeiterinnen und Arbeiter – das Fairtrade-Prämien-Komitee - ist verantwortlich für die Verwaltung der Fairtrade-Prämiengelder.  Managementvertreter gehörten ebenfalls dem Prämien-Komitee an, haben aber nur beratende Funktion und kein Stimmrecht außer bei offensichtlich betriebsschädigender Verwendung der Fairtrade-Prämie – in diesem Fall dürfen sie ein Veto einlegen.

2.      Zwangsarbeit und ausbeuterische Kinderarbeit sind verboten.

3.      Auf der Plantage muss eine eigenständige, unabhängig gewählte Vertretung der Beschäftigten eingerichtet sein, zum Bespiel eine Gewerkschaftsvertretung.

4.      Die Löhne müssen mindestens so hoch sein wie die branchenüblichen Tariflöhne oder die gesetzlichen Mindestlöhne - je nachdem welche höher liegen. Liegen diese unterhalb existenzsichernder Löhne, muss es kontinuierliche jährliche Lohnerhöhungen bis zum Erreichen existenzsichernder Löhne geben. Diese Lohnerhöhungen müssen mit einer unabhängig gewählten Arbeitnehmervertretung ausgehandelt werden.

5.      Maßnahmen zum Gesundheitsschutz und Arbeitsschutz müssen umgesetzt werden, sichere Arbeitsplätze ohne gesundheitliche Beeinträchtigungen zu gewährleisten.

Das Siegel der Fairwear Foundation

Fairware in Köln/Bonn bei kiss the inuit

Das Siegel der Fairwear Foundation ist weitaus komplexer: Die weltweit agierende, unabhängige Non-Profit-Organisation arbeitet mit Unternehmen zusammen, um die Arbeitsbedingungen in den Fabriken und Produktionsstätten vor Ort zu verbessern und einen gute sozialen Standard für alle Arbeiterinnen und Arbeiter einzurichten und festzulegen. Alle Unternehmen, die sich verpflichten, müssen den FWF-Code unterzeichnen, der auf den Richtlinien der internationalen Arbeitsorganisation (ILO) und UN basiert. Diese sind:

1. Freie Wahl der Beschäftigung,
2. keine Diskriminierung am Arbeitsplatz,
3. Verbot von Kinderarbeit,
4. Vereinigungsfreiheit und Recht auf Kollektivverhandlungen werden geachtet,
5. Existenzsichernder Lohn
6. die Arbeitsbedingungen sind sicher und hygienisch,
7. keine übermäßige Arbeitszeit,
8. reguläre Beschäftigung (Verträge)

Die FWF berät die Unternehmen und erarbeitet mit ihnen gemeinsam in Form von Audits,  Monitorings etc. einen Zielplan, der innerhalb eines bestimmten Zeitraumes erreicht werden muss. In der Regel dauert der Prozess über zwei Jahre. Weltweit sind 80 Firmen, die 120 Marken repräsentieren, Mitglied bei der Fair Wear Foundation.