Biobaumwolle und andere Öko-Textilien

Baumwolle ist eine der wichtigsten Naturpflanzen weltweit. Die Nachfrage nach konventioneller Baumwolle ist in den letzten Jahren stark gestiegen, was zu erheblichen Schäden für Umwelt und Menschen geführt hat. Die Weltgesundheitsorganisation schätzt, dass durch den Einsatz verschiedener Pestizide drei Millionen Menschen jährlich erkranken. Aus diesem Grund wird der Anbau von zertifizierter organischer Biobaumwolle zunehmend gefördert und ausgebaut. Gemessen am Gesamtmarkt ist der Anteil jedoch immer noch sehr gering.

Biobaumwolle

Der Anbau von Biobaumwolle bedeutet nicht nur den Verzicht von chemisch-synthetischen Pestiziden und Düngemitteln. Die biologische Landwirtschaft ist ein Öko-System, dass viele Faktoren einbezieht: Bessere Qualität der Böden durch Planung der Fruchtfolge, Vermeidung von Nährstoffverlust, Einsatz von organischem Dünger, das Verbot von genmanipulierten Produkten und menschenwürdige Arbeitsbedingungen.

Mittlerweile wird in 22 Ländern Biobaumwolle angebaut; die wichtigsten sind die Türkei, USA, Indien, China und Ägypten. Indien ist seit 2007 größter Produzent von Biobaumwolle und spielt in der biologischen Landwirtschaft eine Vorreiterrolle. Die Lebensbedingungen der jeweiligen Bauern haben sich seitdem deutlich verbessert.

Materialeigenschaften: Der Stoff ist sehr soft auf der Haut und sehr gut für Allergiker geeignet, atmungsaktiv, feuchtigkeitsdurchlässig und langlebig.

Pima-Baumwolle

Sie ist die edle Schwester der Biobaumwolle und wächst ausschließlich in Peru. Dort wird sie nur von Hand gepflückt und ist noch weicher und seidiger auf der Haut als Biobaumwolle.

Hanf

Als Nutz- und Heilpflanze ist Hanf bereits seit Jahrtausenden bekannt. Schon 2800 v. Chr. fertigten Chinesen aus Hanf Seile – und Levi Strauss wurde mit der ersten Goldwäscher-Jeans aus Hanf berühmt.
Materialeigenschaften: Die Faser ist robust, reiß- und nassfest und eignet sich auch für Allergiker, da weder beim Anbau noch bei der Ernte schädliche Chemikalien eingesetzt werden müssen. Hanf hat auch tolle Trageeigenschaften – ein T-Shirt aus Hanf schützt beispielsweise vor UV-Strahlen und sorgt für einen guten Feuchtigkeitstransport.
Sogenannte Regeneratfasern – natürliche Rohstoffe, die zu einer Viskose weiterverarbeitet werden – stellen eine mögliche umweltfreundliche Alternative zur teureren Biobaumwolle dar. Allerdings gibt es hier noch keinen einheitlichen „grünen“ Produktionsstandard wie bei Biobaumwolle (siehe GOTS).

Bambus

Bambus ist ein natürlicher und schnell wachsender Rohstoff, der mit wenig Wasser auskommt und keine zusätzlichen Wachstumsmittel benötigt und somit schadstofffrei ist. Aus den Pflanzenabfällen wird ein Zellulosebrei hergestellt, der ohne giftige Lösungsmittel (z.B. Aminoxid) gebunden und zu Fasern gepresst wird. Dasselbe Verfahren wird bzw. kann bei Eukalyptus, Banane, Soja und Hanf angewandt werden.
Materialeigenschaften: Bambus ist seidig weich, trocknet schnell, wirkt temperaturausgleichend auf der Haut und ist sogar antibakteriell. Bambus wird zunehmend auch im Bereich Unterwäsche eingesetzt.

Lyocell

Lyocell wird aus Zellstoff gewonnen, der überwiegend aus FSC-zertifiziertem Holz des Eukalyptusbaumes stammt. Die Firma Lenzing in Österreich bietet den Stoff unter dem Namen Tencel an und ist hier auch führend in dem Bereich.
Materialeigenschaften: Ähnlich wie Bambus ist Lyocell seidig weich auf der Haut, wirkt kühlend bei Hitze und trocknet schnell. Das Material ist ideal für Sport, denn die Feuchtigkeit wird schnell transportiert und lässt Gerüche gar nicht erst entstehen.